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Winzer pflanzen verstärkt Weißweinreben

05/31/2005

Trend zu weißen Rebsorten zu erkennen. 4000 ha werden wieder mit jungen Reben bepflanzt


Die Winzer legen derzeit ihre gerodeten Weinberge wieder neu an. Alljährlich werden rund 4 % der deutschen Rebfläche (ca. 4.000 ha) wieder mit jungen Reben bepflanzt. Dabei ist nach dem Rotweinboom der letzten Jahre in 2005 wieder ein verstärkter Anbau der weißen Rebsorten festzustellen.

Dies geht aus der Statistik des Bundesverbandes der deutschen Rebenpflanzguterzeuger hervor. Armin Göring, Geschäftsführer des Deutschen Weininstituts (DWI), freut sich, dass insbesondere der Riesling und die weißen Burgundersorten in diesem Jahr hoch im Kurs stehen: "Der Riesling ist Deutschlands Vorzeigerebsorte. Er bringt in unseren Breitengraden unverwechselbare Weine hervor, mit denen wir in den letzten Jahren national wie international große Erfolge erzielt haben. Diesen Standortvorteil sollten wir weiter ausbauen. Auch unsere Weiß- und Grauburgunder erleben derzeit eine Renaissance als wunderbare Menübegleiter."

Bei der Anlage eines Weinbergs gilt es, die Rebsorte optimal auf den Bodentyp und die individuellen klimatischen Besonderheiten der Lage abzustimmen. Das Weinbauland Deutschland verfügt über eine Vielzahl weltweit einzigartiger und renommierter Weinbergslagen mit den unterschiedlichsten Bodenstrukturen - von den schiefergeprägten Steilhängen über Lehm- und Löss-Böden bis zum Muschelkalk.
 
Das "Terroir" ist schmeckbare Weinherkunft
Im Boden ist das viele Millionen Jahre alte Gedächtnis der Natur gespeichert. Die unterschiedlichen Bodenstrukturen der einzelnen Anbaugebiete prägen die Geschmacksvielfalt deutscher Weine und machen sie in ihrem breiten Angebot so besonders. Ein Fachbegriff, der in diesem Zusammenhang häufig benutzt wird, ist "Terroir". Armin Göring betont, dass der Begriff Terroir nicht nur eindimensional die Bodenstruktur eines Weinberges umfasst: "Das Terroir in einem Wein herauszuarbeiten heißt, seine Herkunft schmeckbar zu machen", so der DWI-Chef. "Dies schließt ganz wesentlich die Arbeit des Winzers mit ein. Er muss erkennen, welche Rebsorte für seinen Weinberg und die dortigen besonderen klimatischen Verhältnisse am besten geeignet ist und seinen Wein dem betrieblichen und regionalen Weinstil entsprechend ausbauen."
Die Rebsorte fungiert in diesem komplexen Zusammenspiel sozusagen als "Sprachrohr" des Bodens, indem sie es ermöglicht, die bodentypischen Komponenten geschmacklich darzustellen und in das Gesamtkunstwerk Wein zu integrieren. Ist der Boden zum Beispiel von Schiefer oder Kalk geprägt, werden sich diese Komponenten auch in dem Wein wieder finden und ihn charakterisieren.

Auch unbekannte Lagen können große Weine hervorbringen
Wenn eine Weinbergslage mit der passenden Rebsorte bestockt und vom Winzer sorgfältig gepflegt wird, führt diese harmonische Konstellation in Verbindung mit einem schonenden Weinausbau im Keller zum unverwechselbaren und leicht wiedererkennbaren Charakter eines Weines.
Für Armin Göring ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass großartige Weinqualitäten vom Standort, der Arbeit des Winzers und der Besonderheit des Jahrgangs abhängen. Wenn diese drei Säulen optimal auf einander abgestimmt sind, können große Weine auch aus unbekannten Weinlagen und Kellern immer wieder neu entdeckt werden."