Details

Weinjahrgang 2015 lässt Winzer schwärmen

11/16/2015

Selten hat ein Weinjahrgang zum Abschluss der Lese so viel Lob erhalten, wie der 2015er. Wie das Deutsche Weininstitut (DWI) mitteilt, wird aus allen Anbaugebieten von eingebrachten Spitzenqualitäten berichtet.


Dank kerngesunder, voll aus­gereifter und sehr aromatischer Trauben können sich die Weinfreunde auf ausgesprochen fruchtbetonte, harmonische Weißweine und intensive, gehaltvolle Rotweine freuen. Der Weinjahrgang hat zudem außergewöhnlich viele hochwertige edelsüße Spezialitäten, von der Auslese bis zur Trocken­beerenauslese, hervorgebracht.

Auch die bundesweit erwarteten Erntemengen bewegen sich nach der letzten Ernteschätzung mit rund neun Millionen Hektolitern auf dem Niveau des zehnjährigen Mittels und nur zwei Prozent unter dem Vorjahresertrag. Aufgrund des sehr trockenen Sommers schwanken die Erträge bei den Winzern je Wasserspeicherkraft des Bodens und dem Alter der Reben allerdings recht stark. Auch unter den einzelnen Anbaugebieten zeichnen sich unterschiedliche Ertragssituationen ab, wie der nachfolgende Blick in die 13 deutschen Weinbaugebiete zeigt.

Weinjahrgang 2015 - ein Blick in die Anbaugebiete

Ahr: Unkompliziertes Jahr mit großen Weinen

Manche Jahre lassen den Blutdruck der Winzer kaum ansteigen. An der Ahr verlief die Vegetationsperiode zumeist unkompliziert. Erst im August und September hatte es nennenswerte Regenfälle gegeben, die zum Glück den Trauben wenig zusetzten. So konnten ab September die früh reifenden Sorten wie Müller-Thurgau und Frühburgunder in gesundem Zustand eingebracht werden. Mitte September begann die Hauptlese. Die spät reifenden Sorten wie der Spätburgunder profitierten von dem schönen Wetter. Die Winzer berichten von guten bis sehr guten Qualtäten der Jungweine, die sich fruchtbetont, harmonisch und, was die Rotweine angeht, mit intensiver Farbe präsentieren. Die Erntemenge liegt mit 42.000 hl knapp unter dem Vorjahresergebnis. Durch die Trockenheit im Sommer hatten die Trauben kleinere Beeren ausgebildet, was zu etwas geringeren Mostmengen führte.

Baden: Bilderbuchherbst, doch weniger Menge

Im Anbaugebiet mit der größten Nord-Südausdehnung wirkte sich das Klima naturgemäß unterschiedlich aus. Doch überall war die acht Wochen währende Hitze- und Trockenperiode im Sommer kennzeichnend für den Jahrgang; an vielen Tagen wurden 40° Celsius erreicht. Mancher Vergleich mit dem berühmten Hitzejahrgang 2003 drängte sich zeitweise auf. Doch hatte es etwa am Kaiserstuhl und am Tuniberg am 13. Mai ein schweres Gewitter mit Hagelschäden gegeben. Der Jahrgang lag von Anfang an zeitlich vor den Durchschnittswerten; der Vegetationsvorsprung betrug teilweise bis 10 Tage. Die Blüte begann Ende Mai und war am 10. Juni schon abgeschlossen. Obwohl die älteren Rebanlagen die Trockenheit gut überstanden – auch hier kam es letztlich auf den Standort und den Boden an –, erbrachten die kleiner als sonst ausgefallenen Beeren eben auch weniger Most. Das Erntevolumen in Baden liegt deshalb mit 1,16 Millionen hl um mehr als 10 Prozent unter dem Vorjahresergebnis; ein deutlicher Rückgang auch im Vergleich zum langjährigen Mittel (- 6 %). Die Hauptlese zwischen dem 14. September und der ersten Oktoberwoche verlief bei bestem Lesewetter zügig, aber entspannt. Das sehr gesunde und hervorragend ausgereifte Lesegut wird sehr gute, fruchtbetonte und gut strukturierte Weißweine und kraftvolle Rotweine mit dunkler Farbe hervorbringen. Die Säurewerte liegen in einem verträglichen Bereich, wie ihn der Konsument schätzt.

Franken: Trockenes Jahr mit hohem Prädikatsweinanteil

Auch in Franken stellt der Klimawandel die Winzer vor neue Herausforderungen. Das Jahr war eines der trockensten der vergangenen 40 Jahre. Zukünftig wird man sich mehr um die Bewässerung der Steillagen kümmern müssen, um nach wie vor auch in extrem trockenen Jahren so ausgezeichnete Qualitäten wie in diesem Jahr ernten zu können. Die Burgundersorten sowie Riesling und Silvaner sind ganz besonders gut mit den Wettergegebenheiten in diesem Jahr zurechtgekommen. Zwischen Februar und August hat es nur sehr schwache Regenfälle gegeben. Die älteren Anlagen konnten durch ihre bereits sehr tiefen Wurzeln an ausreichend Wasser kommen. Junge Anlagen hingegen mussten zwei bis drei Mal gewässert werden. Sehr positiv war es, dass es weder Hagel noch sonstige Unwetter gegeben hat. Mitte August setzte ein ergiebiger Landregen ein, der der gesamten Natur sehr gut getan hat. Pünktlich erfolgte dann eine Abkühlung, sodass die Trauben bis zur Lese gesund blieben. Die fränkischen Winzer konnten rund 440.000 Hektoliter Traubenmost ernten. Das durchschnittliche Mostgewicht lag bei 89 Grad Oechsle. Fast drei Viertel der Ernte konnte als Prädikatsweine ausgebaut werden, was einen deutlich höheren Anteil als 2014 bedeutet. Die Erntemenge lag wegen der Trockenheit um zwei Prozent unter dem langjährigen Mittel und gar sechs Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Die ausgezeichnete Qualität der diesjährigen Weine entschädigt dafür ein wenig. Es werden lagerfähige, elegante und finessenreiche Weine mit sortentypischen, intensiven Aromen und mineralischer Säure erwartet.

Hessische Bergstraße: Konzentrierte Aromen und hohe Mostgewichte

Die Erntemenge der diesjährigen Lese lag an der Hessischen Bergstraße mit 30.000 hl zwar rund zwei  Prozent über dem langjährigen Durchschnitt, doch gab es bei einem der größten Betriebe des Anbaugebietes einen Ertragsrückgang von 10 Prozent gegenüber der normalen Menge. Dafür ist die Qualität der perfekt gereiften Trauben ganz außerordentlich. Das durchschnittliche Mostgewicht lag bei 91 Grad Oechsle und damit höher als in den Spitzenjahrgängen 2009, 2003, 1976 und sogar 1959. Zuerst hatten die Winzer befürchtet, dass sich die Trockenheit während des Sommers nach früher Blüte negativ auf die Qualität auswirken würde. Doch gut verteilte Niederschläge in den Monaten August und September wirkten ausgleichend. Schon die frühen Sorten zeigten gute Mostgewichte, und das steigerte sich. Den höchsten Wert zeigte am 12. Oktober eine Weißburgunder Trockenbeerenauslese mit 198 Grad Oechsle. Die Winzer erwarten insgesamt aromenreiche, füllige und komplexe Weißweine und intensive, gut strukturierte Rotweine. Mit etwas Glück können noch Eisweine eingefahren werden.

Mittelrhein: Extreme Trockenheit, gute Reife

Bis auf ein Gewitter im Mai gab es am Mittelrhein fast während der gesamten Vegetationsperiode kaum nennenswerte Niederschläge – eines der trockensten Jahre seit Menschengedenken! Während die älteren Rebanlagen dank der sehr tief reichenden Wurzeln eine ausreichende Wasserversorgung hatten, mussten Jungpflanzungen bewässert werden, um ein Vertrocknen zu verhindern. Die Folge der extremen Trockenheit war, dass es zwar keinen nennenswerten Krankheitsdruck gab, aber die Beeren kleiner als gewöhnlich ausfielen. Die Trauben waren jedoch bestens ausgereift und der Fruchtansatz nach einer optimalen Blüte sehr gut. So lag die Gesamterntemenge nach einer entspannten Lese mit 35.000 hl dann doch 19 Prozent über dem langjährigen Mittel und 22 Prozent über dem Vorjahresergebnis. Dies dürfte sich auch auf die Preise entspannend auswirken. Harmonische Mittelrhein-Weine mit gut eingebundener Säure und nicht zu hohem Alkoholgehalt werden die Liebhaber erfreuen.

Mosel: Bange Erwartungen erfüllten sich nicht – ein prachtvoller Jahrgang

Im September begannen die Winzer an Mosel, Saar und Ruwer zu zittern. Würde es wie im Vorjahr zu einem feuchten Finish der Traubenreife kommen, das erneut eine Blitzlese erforderlich machen würde? Der diesjährige goldene Oktober zerstreute alle Bedenken. Kühle Nächte und der die Trauben immer wieder vom Regen abtrocknende Ostwind ließen das Lesegut so kerngesund bleiben, wie es war. Bereits Mitte September wurden einige frühreifende Sorten geerntet. Die Hauptlese begann mit Müller-Thurgau zur letzten September-Dekade, darauf folgten die Burgundersorten sowie Elbling. In den ersten beiden Oktoberwochen wurde bei idealem Herbstwetter der Riesling geerntet, bis Anfang November in den Steillagen. Alles in allem: Eine entspannte Lese, deren Stichproben Anlass zu hohen Erwartungen geben. Beim Riesling lagen die Mostgewichte zum Beispiel durchschnittlich bei 85 Grad Oechsle, also im Spätlesebereich. In der Hoffnung, den sehr guten Jahrgang mit einem Eiswein krönen zu können, hängen bei vielen Weingütern noch Trauben an den Stöcken. Einziger Wermutstropfen: Die Erntemenge fiel in vielen Unterregionen im Vergleich zu den Vorjahren geringer aus. Insgesamt waren es 795.000 Hektoliter, das waren drei Prozent weniger als im langjährigen Mittel und sogar acht Prozent weniger als im Vorjahr. Der 2015er Jahrgang wird fruchtige, sehr harmonische Weißweine mit schönem Süße-Säure-Spiel hervorbringen. Rotweine, die zehn Prozent der Produktion ausmachen, werden eine gute Farbtiefe haben. Weinliebhaber und die Besucher der Moselregion werden sich über viele hochwertige Qualitäten freuen können.

Nahe: Schnelle Entwicklung

Mit rund 340.000 hl liegt die Erntemenge an der Nahe etwa gleichauf mit der des Vorjahres und etwas über dem langjährigen Durchschnitt. Wenn etwas den Winzern Sorgen machte, dann die sehr heiße und trockene Witterung. Sie beschleunigte den Reifeverlauf der Trauben, sodass insbesondere bei den früh reifenden Sorten die Gefahr bestand, dass die Säurewerte zu niedrig wurden. Durch eine frühe Lese ließ aber sich beispielsweise beim Riesling das Lesegut mit guter Reife und angemessenen Säurewerten einbringen. Die Mostgewichte waren gut bis überdurchschnittlich. Beim Riesling waren Werte von 90 und mehr keine Seltenheit, beim Spätburgunder wurden Werte von 115 Grad Oechsle erreicht. Fruchtige und elegante Weißweine sowie intensive, kraftvolle Rotweine werden den 2015er Jahrgang von der Nahe kennzeichnen. „Die Weinfreunde bekommen auch bei den einfachen Weinen schon hervorragende Qualität für ihr Geld“, heißt es in der Nahewein-Region.

Pfalz: Große Hitze, große Weine

Schon als die Reben im April austrieben, war es in der Pfalz überdurchschnittlich trocken. Es fielen in diesem Monat 46 Prozent weniger Regen als im langjährigen Mittel, im Mai gar 60 Prozent. Den ganzen Sommer über blieb es trocken, und im Juli und August wurde es extrem heiß. Doch der einsetzende Regen und die damit verbundene Abkühlung Ende August kamen gerade recht, um ausufernden Trockenstress und überhöhte Mostgewichte zu verhindern. Die Trauben hingen reif und gesund an den Stöcken und erlaubten eine frühe, nicht hektische, aber doch zügige Lese. Alles in allem hervorragende Bedingungen, die zu schönen Erwartungen Anlass geben. Den roten Sorten gefiel die trockene Hitze besonders gut, was sie mit Fülle und Raffinesse zeigen. Die Süßweine gerieten sehr üppig, und Rieslinge, Burgunder und Co. warten mit einer tollen Säurebalance und eleganter, schmelziger Frucht auf. Die aromatischen Sorten wie Gewürztraminer, Scheurebe und Sauvignon Blanc haben bei diesen Witterungsbedingungen ihr ganzes Entwicklungspotenzial entfaltet. Die Erntemenge lag in der Pfalz mit rund 2,2 Millionen Hektolitern etwa ein Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt. Auf sandigen Böden fiel sie geringer aus als auf anderen Untergründen, in denen die Reben besonders tief wurzeln und so noch an Wasserreserven kamen.

Rheingau: Sehr trocken, hohe Qualitäten

Im Rheingau erschreckten die Winzer frostige Nächte im April, die aber zum Glück folgenlos blieben, doch die lang anhaltende Trockenheit im Sommer forderte ihren Tribut. Mit erwarteten 205.000 Hektolitern lag die Erntemenge rund acht Prozent unter dem langjährigen Mittel. Tief wurzelnde, ältere Anlagen kamen mit dem fehlenden Regen gut zurecht, aber Junganlagen litten teilweise unter Trockenschäden. Ab Mitte September setzten größere Regenfälle ein, die zu starkem Beerenwachstum und so mitunter zu Haarrissen in der Beerenhaut führten: ideale Voraussetzungen für die Botrytis, also die Edelfäule. Bei dem diesjährigen, insgesamt sehr gesunden Lesegut ist daher eine hochklassige Süßweinausbeute erwarten. Auch die trockenen und halbtrockenen Weine des Jahrgangs erreichen hohes Qualitätsniveau. Bei der Lese, die an manchen Stellen – wie beim Riesling üblich – erst Anfang Oktober einsetze, zeigten sich teils herausragende Mostgewichte. Aufgrund des sehr guten Gesundheitszustandes der Trauben setzen manche Erzeuger auch auf Eisweine. Die Rheingauer Weine des Jahrgangs 2015 werden mit ihrer rassigen, gut eingebundenen Säure und aromenreichen Fruchtigkeit die Liebhaber begeistern.

Rheinhessen: Bilderbuchjahrgang, doch differenziert

Im größten deutschen Anbaugebiet herrschten bis zur Ernte teils sehr unterschiedliche Bedingungen. Nicht an allen Standorten wirkte sich die sommerliche Trockenheit gleichermaßen aus. Weinberge auf schweren, wasserspeichernden Böden hatten weniger Probleme mit dem fehlenden Nass. Im südlichen Teil des Anbaugebietes konnte die Lese etwas früher beginnen; auch die Erträge lagen meist über denen der nördlichen Bereiche. Fast überall gab es erstklassig ausgereifte Trauben mit hohen Mostgewichten. Der September entpuppte sich als fast perfekter Erntemonat: tagesüber herrschte meist angenehme Wärme, nachts kühlte es ab, sodass die Trauben weitgehend gesund blieben und intensive Aromen ausbilden konnten. Erst Mitte des Monats gab es teils ergiebigen Regen mit bis zu 30 Liter pro Quadratmeter, doch trocknete der kühle Nordwind die Trauben rasch wieder ab, sodass sich der Fäulnisdruck in Grenzen hielt. Es wurden teils sehr hohe Mostgewichte erreicht und auch einige edelsüße Weine wird es geben. Die Erntemenge des 2015ers liegt nur leicht unter dem langjährigen Mittel; die letzten Schätzungen gehen von 2,5 Millionen hl aus. Durch den perfekten Reifezustand wird es farbintensive, kraftvolle Rotweine und fruchtige, typische Weißweine mit moderaten Säurewerten geben. Liebhaber können sich auf klassische, ausgereifte Rheinhessenweine mit reichem Aromenspiel freuen.

Saale-Unstrut: Im kühlen Norden hohes Niveau

Von einer Sommerhitze mit „nur“ 30 Grad Celsius konnten die Winzer im Südwesten der Republik nur träumen, wo das Thermometer nicht selten 40 Grad erreichte. In Deutschlands nördlichstem Anbaugebiet Saale-Unstrut blieben diese Extremtemperaturen weitgehend aus. Dafür gab es mehrmals kalte Nächte mit Frostgefahr, etwa Ende April bis Mitte Mai. Auch die Schafskälte Ende Juni machte ihrem Namen Ehre, sodass sich die Rebenentwicklung verlangsamte. Die allgemeine Trockenheit dieses Sommers wurde für die Reben in einigen Lagen bedrohlich. Daran änderten auch einige Gewitter mit Starkregen und Hagelschäden etwa im Juni um Freyburg herum wenig. Erst Niederschläge im September sorgten für Entspannung. Eine ruhige Hauptlese von gesunden und prächtig entwickelten Trauben begann Ende September. Am 11.und 12.Oktober beschleunigten Starkregen, nächtliche Fröste und sogar etwas Schnee den Ernteverlauf, so dass Mitte Oktober schon die meisten Trauben eingebracht waren. Der Sonnenschein am Monatsende setzte einen versöhnlichen Akzent. So konnten noch Trauben mit hohen Oechslegraden geerntet werden. Die Erntemenge mit einem hohen Prädikatsweinanteil liegt bei erfreulichen 55.000 hl (2014: 43.000 hl). Die ersten Jungweine präsentieren sich fruchtbetont mit einem harmonischen Säurespiel.

Sachsen: Trotz Hagel gute Erträge

Schon 2014 war für die sächsischen Winzer ein Jahr der Wetterextreme gewesen und auch 2015 stellte sie vor manche Herausforderung. So gab es Unwetter mit Starkregen und Hagel wie Anfang September um Meißen und Weinböhla, der die Beeren beschädigte und bei früh reifenden Sorten eine Notlese erforderte. Zuvor hatten Junganlagen unter Trockenstress gelitten, denn wie in anderen Anbaugebieten waren das Frühjahr extrem trocken und der Sommer heiß; am 7. August wurde mit 38,6°C die höchste Temperatur des Jahres gemessen. Die Trauben haben sich insgesamt dennoch prächtig entwickelt und waren sehr gesund. Einen Wehrmutstropfen stellte ein ungewöhnlich früher Frost Mitte Oktober dar, der in vielen Anlagen das Laub schädigte und die Ernte frühzeitig beendete. Dennoch lässt ein hoher Prädikatsweinanteil im östlichsten deutschen Weinbaugebiet einen sehr guten Jahrgang 2015 erwarten. Auch mit der Erntemenge ist man zufrieden. Der erwartete durchschnittliche Ertrag lag in Sachsen mit 24.000 hl deutlich über dem Vorjahresergebnis.

Württemberg: Ideale Bedingungen, tolle Ergebnisse

Nach einer ungewöhnlich frühen Rebblüte ließ in Württemberg unproblematisches Wetter während der gesamten Vegetationsperiode die Trauben gesund heranreifen. Allein die große Trockenheit – es fiel nur etwa die Hälfte des sonst üblichen Niederschlags – sorgte für Diskussionen. Junganlagen sowie Reben, die auf leichten Böden stehen, mussten zwar bewässert werden, insgesamt jedoch weisen die eingebrachten Moste ein sehr großes Qualitätspotenzial auf. Besonders die wärmeliebenden Rotweinsorten dankten die üppige Hitzezufuhr des Sommers mit hohen Mostgewichten. So wies zum Beispiel der Schwarzriesling ein Plus von zehn Grad Oechsle im Vergleich zum zehnjährigen Mittel auf. Füllige Frucht ist bei allen Rebsorten zu erwarten. Die Erntemenge liegt mit 1,2 Millionen Hektoliter um elf Prozent über dem langjährigen Mittel und gar 16 Prozent über der Erntemenge des Vorjahres. Die Lese begann Mitte September, also recht früh, und endete in vielen Fällen schon Mitte Oktober. Es konnte vollreifes, sehr gesundes Lesegut eingebracht werden. Selbst beim Trollinger wurden spätlesereife Mostgewichte von bis zu 90 Grad Oechsle erreicht. So sind vor allem die Rotweine Gewinner des Jahrgangs, doch auch beim Riesling sorgten gute Reifegrade für tolle Weinqualitäten.

Weinmosternte in den deutschen Anbaugebieten – DWV-Schätzung vom 6.11.2015