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Terroir - schmeckbare Weinherkunft

06/14/2006

Im Boden ist das viele Millionen Jahre alte Gedächtnis der Natur gespeichert. Die unterschiedlichen Bodenstrukturen der einzelnen Anbaugebiete prägen die Geschmacksvielfalt deutscher Weine und machen sie in ihrem breiten Angebot so besonders.

Ein Fachbegriff der in diesem Zusammenhang häufig benutzt wird ist „Terroir“. Dieser Begriff umfasst nicht nur eindimensional die Bodenstruktur eines Weinberges. Das Terroir in einem Wein herauszuarbeiten heißt, seine Herkunft schmeckbar zu machen. Dies schließt ganz wesentlich die Arbeit des Winzers mit ein. Er muss erkennen, welche Rebsorte für seinen Weinberg und die dortigen besonderen klimatischen Verhältnisse am besten geeignet ist und seinen Wein dem betrieblichen und regionalen Weinstil entsprechend ausbauen.
Die Rebsorte fungiert in diesem komplexen Zusammenspiel sozusagen als „Sprachrohr“ des Bodens, indem sie es ermöglicht, die bodentypischen Komponenten geschmacklich darzustellen und in das Gesamtkunstwerk Wein zu integrieren. Ist der Boden zum Beispiel von Schiefer oder Kalk geprägt, werden sich diese Komponenten auch in dem Wein wieder finden und ihn charakterisieren.

Auch unbekannte Lagen können große Weine hervorbringen
Wenn eine Weinbergslage mit der passenden Rebsorte bestockt und vom Winzer sorgfältig gepflegt wird, führt diese harmonische Konstellation in Verbindung mit einem schonenden Weinausbau im Keller zum unverwechselbaren und leicht wiedererkennbaren Charakter eines Weines. Großartige Weinqualitäten hängen vom Standort, der Arbeit des Winzers und der Besonderheit des Jahrgangs ab. Wenn diese drei Säulen optimal auf einander abgestimmt sind, können große Weine auch aus unbekannten Weinlagen und Kellern immer wieder neu entdeckt werden.