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Junge Winzer starten durch

03/21/2006

Die junge Winzergeneration geht neue Wege / Synergieeffekte durch Kooperation im Weinmarketing


Der Generationswechsel im deutschen Weinbau ist im vollen Gange und hält die Weinszene in Bewegung. Für besondere Aufmerksamkeit sorgen immer mehr Jungwinzer, die sich zu Gruppen und Initiativen zusammenschließen - denn Einigkeit macht stark. Eigentlich müssten sie Konkurrenten sein und doch ziehen sie es vor, gemeinsam von ihren Erfahrungen zu profitieren. Kooperieren statt Konkurrieren heißt die Devise der jungen Generation, denn heute liegt die Konkurrenz nicht mehr so sehr im Nachbarbetrieb, sondern vielmehr im international bestückten Weinregal des Lebensmittelhandels an jeder Ecke.
Die jungen Winzer haben internationale Erfahrungen gesammelt, sind motiviert und hochqualifiziert - das beweist nicht zuletzt die Qualität ihrer Weine. Die Winzer aus Leidenschaft sprechen die jungen Genießer-Zielgruppen an und repräsentieren die Bedürfnisse unserer Gesellschaft nach Authentizität und Zuverlässigkeit. Sie setzen konsequent auf Qualität und der Erfolg gibt ihnen Recht.

Die Pioniere der jungen Winzer
Zu den Jungwinzervereinigungen der ersten Generation zählen die bereits vor 15 Jahren gegründeten „Fünf Freunde“ aus der Südpfalz. Rainer Kessler, Thomas Siegrist, Karl-Heinz Wehrheim, Hansjörg Rebholz und Friedrich Becker sind heute renommierte Winzer mit Spitzenweingütern. Für sie wie auch für die Jungwinzer von heute ist es wichtig, einerseits ihre Individualität zu wahren, aber andererseits auch Erfahrungen austauschen und gemeinsame Marketingstrategien zu entwickeln und Marktaktivitäten umzusetzen.

Gemeinschaftscuvées als Markenzeichen
Viele Vereinigungen krönen ihre Gemeinschaft durch eine Cuvée wie beispielsweise die „Rheinhessen Five“ mit ihrem
„5 dot 1“ oder die „Fünf Freunde“ mit einem „Amici“. Ein sehr erfolgreiches Gemeinschaftsprodukt unter den deutschen Jungwinzern ist sicherlich der „Rheingauer Leichtsinn“, ein Qualitätsperlwein, den 37 junge Winzer im Rheingau aus ihren Weinen kreiert haben. Rund 120.000 Flaschen werden mittlerweile pro Jahr verkauft.
Einen anderen Ansatz verfolgt die fränkische Winzervereinigung „Frank & Frei“, die sich 1996 ursprünglich zusammengefunden hat, um dem Müller-Thurgau ein frischeres Image zu geben. Inzwischen vermarkten die 17 Mitglieder auch andere Weißweine sowie einen Secco aus ihren Betrieben unter einem gemeinsamen Label im Umfang von ca. 400.000 Flaschen.

Partys für Weinfreunde
Für viele andere Jungwinzergruppen stehen gemeinsame Veranstaltungen im Fokus des Geschehens. Sie reichen von Weinpartys mit vielen hundert Gästen bis hin zu exklusiven weinkulinarischen Abenden in außergewöhnlichen Locations. So stellt beispielsweise die rheinhessische Gruppe „Wine on the rock“ vor dem romantischen Ambiente des Empire-Schlosses in Worms-Herrnsheim gemeinsam mit jungen Köchen sowie jungen Sommeliers ihr Können unter Beweis.
Ähnliche Veranstaltungen organisieren auch die „Nahetalente“ unter den Brückenhäusern von Bad Kreuznach oder die Gruppe „SchlAhrVino“ im Schloss Sinzig. Wenn der „Klitzekleine Ring“ einlädt, stehen der Moselriesling und seine einzigartigen Steillagen im Zentrum. Als „Winzer der Tafelrunde“ laden sie zu genüsslichen Events in einen mittelalterlichen Rittersaal in Traben-Trarbach.