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Extrem frühe Rebblüte 2011

05/24/2011

Die außergewöhnlich warme Frühjahrswitterung hat in diesem Jahr zu einer rasanten Entwicklung in den Weinbergen geführt. Die Reben blühen in diesem Jahr hierzulande etwa 20 Tage früher als im Durchschnitt der Jahre. In Baden oder Rheinhessen spricht man gar vom frühesten Blütezeitpunkt seit Beginn der Aufzeichnungen", erläutert Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut (DWI) in Mainz.


Blühende Weinrebe im Frühsommer"Eine vergleichbar frühe Blüte gab es bis jetzt nur einmal im Jahr 2007", so Büscher weiter.

Erfreulicherweise kommt die aktuelle Witterung einem guten Blüteverlauf sehr entgegen. Kühles und feuchtes Wetter während der Rebblüte hatte im vergangenen Jahr zu einem geringeren Fruchtansatz und verminderten Erträgen geführt.

Vom Ende der Traubenblüte an dauert es in der Regel noch ungefähr 100 Tage bis zur Lese. Im ähnlich frühen Blütejahr 2007 hatten die Trauben 120 Tage Zeit zu reifen und ihre Aromen auszuprägen, was sich positiv auf die Weinqualitäten ausgewirkt hat.

Hintergrund: Die Blüte der Rebe - Eigentlich sehen die Blüten der Rebe recht unscheinbar aus. Der Blütenstand, auch das „Geschein“ genannt, ist botanisch gesehen eine Rispe - ein verzweigtes Stielgerüst mit kleinen Ästchen, an deren Enden jeweils eine einzelne Blüte sitzt.

Jede dieser Blüten bildet nach erfolgreicher Befruchtung eine Beere. Praktischerweise kann sich die Rebe selbst befruchten und ist nicht auf fremde Hilfe aus der Tierwelt angewiesen. Kühles und regnerisches Blütewetter führt dazu, dass einzelne Blüten nicht befruchtetet und abgeworfen werden. Der Winzer spricht dann vom Verrieseln. Von daher kann man bereits nach der Blüte erste Rückschlüsse auf die spätere Erntemenge ziehen.