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Eine Krone für Rheinhessen: Annika Strebel ist die 63. Deutsche Weinkönigin

09/30/2011

Die neue Weinkönigin war einfach überwältigt. "Ich kann es gar nicht glauben", sagte Annika Strebel. Die 23 Jahre alte Weinbaustudentin aus dem kleinen Ort Wintersheim in Rheinhessen ist die 63. Deutsche Weinkönigin. Damit kommt nach 1999 erstmals wieder eine Deutsche Weinkönigin aus dem größten deutschen Weinanbaugebiet.


Mandy Großgarten (rechts) krönt ihre Nachfolgerin Annika Strebel
 
Die 63. Deutsche Weinkönigin Annika Strebel kommt aus Rheinhessen.      Bild: www.deutscheweine.de
 

Eine 80-köpfige Jury aus Politik, Medien und Weinwirtschaft wählte die junge Rheinhessin am Freitagabend in Neustadt an der Weinstraße zur höchsten Repräsentantin des Deutschen Weins. Ramona Sturm von der Mosel und Elisabeth Born aus dem Anbaugebiet Saale-Unstrut werden Annika Strebel als Deutsche Weinprinzessinnen unterstützen.

"Das ist ein großer Tag für den rheinland-pfälzischen Wein", sagte Annika Strebel nach ihrer Wahl. Die 23-Jährige wusste schon als kleines Kind, dass sie Winzerin werden wollte. Zurzeit studiert sie Weinbau an der renommierten Fachhochschule Geisenheim. Als Genussmensch sammelt sie gerne Wildkräuter für die Küche oder baut ihre eigenen Kürbisse an. Dafür wird Annika im nächsten Jahr wenig Zeit haben: Auf rund 200 Terminen im In- und Ausland vertritt sie die deutsche Weinwirtschaft.

von links: Ramona Sturm (Mosel), Deutsche Weinkönigin Annika Strebel (Rheinhessen) und Elisabeth Born (Saale-Unstrut)
 
Drei neue Weinmajestäten: Prinzessin Ramona Sturm (Mosel), Deutsche Weinkönigin Annika Strebel (Rheinhessen) und Weinprinzessin Elisabeth Born (Saale-Unstrut). Bild: www.deutscheweine.de
 

Unterstützt wird sie dabei von zwei Weinprinzessinnen. Die 22 Jahre alte Ramona Sturm kommt aus Moselkern und studiert Mathematik und Wirtschaft für das Lehramt. Die Tochter eines Nebenerwerbswinzers glänzte in der Vorausscheidung unter anderem mit der Erklärung, warum der Jahrgang 2011 so gut wird, und welche Begriffe auf den Weinetiketten besonders wichtig sind. Im Finale überzeugte sie dann in ihrer Bewerbungsrede mit ihrer Leidenschaft und ihrer Begeisterung, die sie für den deutschen Wein in die Welt hinaus tragen will.

Die 26 Jahre alte Elisabeth Born bezauberte die Jury mit ihrem natürlichen Charme. Die 26-Jährige ist bereits studierte Winzerin und arbeitet im Weingut ihrer Eltern in Höhnstedt mit. Ihr Großvater schenkte ihr den ersten eigenen Weinberg, auf dem sie, ganz innovativ, Sauvignon Blanc anbaut. Weinerfahrung sammelte sie außerdem in Neuseeland und in Südafrika – die Kombination aus Charme und Erfahrung macht Elisabeth zur perfekten Deutschen Weinprinzessin.

Die Entscheidung fiel der Jury tatsächlich so schwer wie selten zuvor: Sechs junge Damen hatten sich im Saalbau von Neustadt an der Weinstraße den kritischen Augen der Jury und von einem Millionenpublikum an den Fernsehern gestellt.

Die sechs Finalistinnen waren eine Woche zuvor in einer Vorausscheidung in Neustadt gekürt worden. Zur Wahl der Deutschen Weinkönigin treten jedes Jahr die Gebietsweinköniginnen der dreizehn deutschen Weinanbaugebiete an. Die jungen Damen im Alter zwischen 21 und 26 Jahren mussten dabei ein umfangreiches Spezialwissen über Weinbau und Weinmarketing beweisen. Annika Strebel bewies da schon, dass sie auch schwierige Fachfragen wie Blanc de Noir verständlich und fachkundig erklären kann.

 
Sechs Finalistinnen greifen nach der deutschen Weinkrone: v.l. Juliane Kremtz, Madelein Rossel, Alina Bäcker, Annika Strebel, Ramona Sturm und Elisabeth Born.
 
 
Sn ein Wein kann schon ein Rätsel sein.
 
 
Manchmal hilft der Blick ins Glas.
 
 
Katja Bohnert krönt ihre Nachfolgerin Ramona Sturm
 
 
Melanie Unsleber krönt ihre Nachfolgerin Elisabeth Born
 
 
Weinadel: Die 63. Deutsche Weinkönigin umrahmt von ihren Prinzessinnen
 

 

 

Am Freitagabend dann glänzte die sympathische Blonde mit dem langen Zopf vor allem mit ihrem Charme, ihrer Spontanität und ihrer Natürlichkeit. Beim Erkennen der Aromen einer 2007er Riesling Trockenbeerenauslese überzeugte sie mit ihrem Wissen: Honig, reifer Pfirsich und Ananas wählte die Rheinhessin, und lag damit goldrichtig. Beim Darstellen von Weinfachbegriffen auf offener Bühne sorgte Annika dann für wahre Begeisterungsstürme: Sie "spielte" Kronkorken und vor allem den Sexuallockstoff der Traubenwickler so überzeugend, dass der Saal hingerissen war.

"Ich habe ein wenig Ähnlichkeit mit der Loreley", sagte Annika Strebel schließlich in ihrer fiktiven Bewerbungsrede vor Delegierten vom Mittelrhein. Sie werde aber "keine Märchen erzählen und keine Schiffe versenken, sondern mit Charme und Leidenschaft den deutschen Wein voran bringen." Und als sie zum Schluss sagte: "Wählen Sie heute mich zu Ihrer Deutschen Weinkönigin", konnte die Jury nur zustimmen.

Um 22.05 verkündete DWI-Geschäftsführerin Monika Reule dann einem spannungsgeladenen Saal das Ergebnis: Die 63. Deutsche Weinkönigin heißt Annika Strebel. Die neue Weinmajestät ist damit die achte Deutsche Weinkönigin aus Rheinhessen.