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Die Sieger des DWI-Gastro-Awards 2009

05/06/2009

Die Sieger des Wein-Awards 2009 des Deutschen Weininstituts (DWI) für die kreativsten Gastronomen in Hamburg und Berlin stehen fest. In dem spannenden Wettbewerb, dem sich über 40 Restaurants und Szene-Gastronomen der beiden Metropolen gestellt hatten, sind jeweils drei Weinpräsentationen als herausragend mit der DWI-Trophy ausgezeichnet worden.


Die Berliner Gewinner
Martin Sperling, Hartmann's Restaurant Manuela Sporbert, Hammer's Weinkostbar Holger Zurbrüggen,    Restaurant Balthazar

In Berlin waren dies die Restaurants Balthazar, Hammer’s Weinkostbar sowie Hartmann’s Restaurant. In Hamburg gingen die Preise an das East Hotel-Restaurant, das Restaurant Jolie und die Riverkasematten. Die Preise wurden am 6. Mai auf der Messe für die Trend- und Szenegastronomie „barzone“ in Berlin verliehen.

Im Rahmen des ersten Gastronomie-Wettbewerbs dieser Art ging es darum, Weine aus den deutschen Weinregionen möglichst kreativ in Szene zu setzen. „Die Sieger des Wettbewerbs haben diese Aufgabe in hervorragender Weise gelöst und sehr individuelle Präsentationen inszeniert“, lautete das Urteil der Jury. Aus diesem Grunde wurde unter den Gewinnern keine Platzierung vor­genommen.

Im Berliner Restaurant Balthazar konnte man beispielsweise „Schnuppern, Schlucken, Schlemmen“ und sich dem spannenden Spiel von Aromen, Weinbergs­böden, Gewürzen und perfekt passenden Speisen widmen. „Tasting hoch 3“ lautete das Motto in Hammer’s Weinkostbar. Sommelier Jürgen Hammer präsentierte den Gästen professionell die verschiedenen Ausbaustile und Terroirs von Rieslingen und Spätburgundern zu ausgewählten kulinarischen Köstlichkeiten. In Hartmann’s Restaurant wurden die Gäste zu Künstlern, indem sie hochwertige, weiße Etiketten der Exklusivfüllung eines Rheingauer Rieslings für das Restaurant gestalten konnten. Nach Abschluss der noch laufenden Aktion werden sie zu einem Gesamtkunstwerk zusammengefügt.

Die Hamburger Gewinner
Bahman Moaiyeri (links) und  Behrous Moaiyeri (rechts), Riverkasematten Ragsawan Anantapongse (links) und Claudia Haas, Jolie Marc Ciunis, Hotel-Restaurant East

 

Bemerkenswerte Aktionen wurden auch in Hamburg vorgestellt. So gab es eine Live-Unplugged-Jam-Session mit zwei Winzern und ihren „Unplugged“-Weinen, die in den Riverkasematten für eine harmonische Symbiose von Wein und Klang sorgte. Fünf Promis wie beispielsweise Helmut Zerlett, Sophie Schütt oder Ralf Bauer servierten im Hamburger „East“ den Besuchern jeweils einen Wein, für den sie die Patenschaft an diesem Abend übernommen hatten. Im Restaurant „Jolie“ wurden die Gäste zu einer informativen Acht-Ländereien-Gourmetreise durch die deutschen Weinregionen entführt.

Die Berliner Gewinner des Gastro-Awards

HARTMANNs Restaurant

Den Faible für das Besondere zeigt Martin Sperling mit der eigens für das Restaurant HARTMANNs entwickelten Edition: Einem Riesling Kabinett trocken aus dem Erbacher Steinmorgen mit dem Namen "CUVEE HARTMANN". Der Riesling Verschnitt ist in Zusammenarbeit mit Martin Sperling und mit dem Winzer Alexander Johannes Jung vom Weingut Jung entstanden.

Ende März 2009 wurde der Wein in Flaschen gefüllt und im April wurden 600 Flaschen im Restaurant für den DWI Gastro Award ausgeschenkt und verkostet. Stefan Hartmann, der selbst Kunst sammelt, ließ das Etikett des „HARTMANN-Weins“ von dem Künstler Thilo Heinzmann exklusiv anfertigen. Alle Etiketten aus mit Elfenbein bearbeitetem Papier waren Teil eines Gesamtkunstwerkes, welches auf die 600 Flaschen verteilt worden sind.

Begleitet von einer unterhaltenden Präsentation durften die Gäste den einzigartigen Wein probieren und an einem warmen Frühlingsnachmittag genießen. Nach der Verkostung wurden die Flaschen in die ursprüngliche Form zusammengestellt. Das Kunstwerk fügte sich wieder zusammen, war jedoch so verändert, dass es nicht mehr das sterile, unangetastete Muster ergab. Vielmehr waren die Spuren des Genusses zu erkennen, die dem Kunstwerk einen neuen Sinn gaben. So hat sich nicht nur das Verständnis der Gäste für den Geschmack von Wein weiterentwickelt, sondern auch den Flaschen war das Ergebnis des Events anzusehen.

Dieses Konzept überzeugte die Jury auf Anhieb und verdiente sich in den Rubriken wie "künstlerische Kreativität", "Rahmen- Story" und "aufmerksamkeitsstarke Darstellung" nur die höchste Punktzahl. 

Hammers Weinkostbar

Im Berliner Szene-Viertel Kreuzberg ist die kleine aber feine Weinkostbar mit integriertem Feinkostgeschäft & Weinhandel zu finden. Der schon in vielen renommierten Häusern als Chef-Sommelier tätige Besitzer Jürgen Hammer und seine gastro-erfahrene Kollegin Manuela Sporbert legen höchsten Wert auf Qualitätswein und das Vermitteln ihres Wissens über den deutschen Rebensaft. 

Unter dem Motto „TASTING Hoch 3“ nahmen die findigen Gastronomen am DWI Gastro-Award teil. Das Konzept beinhaltete die Präsentation von täglich drei neuen Weinen einer deutschen Rebsorte Deutschlands. Umkompliziert und kompetent referierte Jürgen Hammer mit fachkundiger Beschreibung alles rund um die angebotenen Weine und ihre Anbaugebiete.

Dazu wurde ein korrespondierendes HAMMERS Vesper mit Brot, Olivenöl und Hors d 'Oeuvre gereicht. Das Hammers verfolgte damit das Ziel, Riesling und Spätburgunder unterschiedlicher Weinbauregionen, Vinifikationsstile und Terroirs im direkten Vergleich vorzustellen und dazu passende Speisen zu reichen. Als Set lag auf jedem Platz eine Übersicht mit ein paar Zeilen für Verkostungsnotizen und einer kleinen Beschreibung zur richtigen Degustation auf der Rückseite. Das Tasting wurde zu den Themen, Rebsorte oder Weinbau-Region angeboten.                    

 Die Herangehensweise, dem Gast nach dem Prinzip „learning by doing“ den Wein und seine Lehre nahe zu bringen und das in Dreierpotenz begeisterte die Jury des Deutschen Weininstituts. Somit gab es maximale Bewertung in den Punkten „Erläuterung der Aktion am Gast = Edukativer Ansatz“ und „Aufmerksamkeitsstarke Kommunikation des Deutschen Weines“.

Restaurant Balthazar

Seit zwei Jahren ist das Balthazar auf dem Berliner Ku´Damm bekannt für seine metropolitane Küche und seine Weine. Für den DWI Gastro Award 2009 ließ sich Inhaber Holger Zurbrüggen von der Herkunft und dem Ursprung deutscher Weine inspirieren. Mit dem Slogan „Schnuppern, schlucken, schlemmen“ versetzte er seine Gäste ins Staunen und präsentierte acht deutsche Weine mit der dazugehörigen Boden- und Aromenprobe und als Krönung die korrespondierende Speise. Alle Winzer der acht Weine schickten ¼ ccm Grund und Boden in kleinen Gläschen. Langsam konnte man sich mit der Nase einem Gewürz mit den Aromen des Weines nähern. Die Proben des „Terroirs“ und das zugeordnete Gewürz lagen auf den Tischen aus, so dass man sich den Aromenkosmos erschnuppern konnte.
In der Kombination von Gericht und Wein fand das olfaktorische Gesamtkunstwerk vom kalkgeprägten Grauburgunder aus dem Markgräflerland, über den schieferbetonten Frühburgunder von der Ahr, bis zum Rheingau-Riesling von Toni Jost, der die unvergleichliche Rheingau-Mineralität aus Schiefer und Lehm-Löss-Böden zieht, für jeden ganz individuell an seinem Gaumen seine Vollendung. Die Gäste waren beeindruckt. Kaum einer konnte sich vorstellen, dass der Boden für den Wein so unterschiedlich und steinig sein kann und eine so große Rolle für den späteren Weingeschmack mit sich bringt.

Dass sich selbst die dazu korrespondierende Küche des Fernsehkoches Zurbrüggen mit dem Terroir des Weines befasste, führte die Jury zu Ihrer positiven Entscheidung: Denn welcher Koch geht bei seinen Gerichten schon auf den Geruch des Terroirs seiner Weine ein?

Holger Zurbrüggen und sein Team begeisterten die Jury mit der Veranschaulichung und dem Erleben des Weines und seinen Anbaugebieten. Auch hier wurden maximale Punkte in den Rubriken "professionelles Vermitteln von Fachwissen", "aufmerksamkeitsstarke Darstellung" und "Differenzierung vom normalen Geschäft" vergeben.

Die Hamburger Gewinner des Gastro-Awards

Restaurant Jolie

Man glaubt es kaum, dass der Hamburger Kiez-Stadtteil St. Pauli ein solches Kleinod an junger kreativer Küche hervor bringt. Im Jolie heißt die Devise „unkompliziert am Mittag, frisch gebacken am Nachmittag, kreativ am Abend und unkonventionell in der Nacht“. Aus dieser Vielfalt ergab sich das Konzept „Acht Ländereien Gourmet Reise - In acht Gängen um die deutsche Wein-Welt“ für den DWI Gastro Award 2009.

Jeder Gang war eine Station in einer von acht ausgewählten Weinregionen Deutschlands. Jeweils ein Wein und eine Speise, fein aufeinander abgestimmt, vermittelten dem Gast einen kulinarischen Eindruck der Weinregion, ihrer Weinspezialitäten und der korrespondierenden Speisen.

Es begann in Franken bei frischer Jakobsmuschel zu leuchtend gelbem Rivaner, führte entlang der Mosel mit einer herrlichen Fasanenbrustterrine zur Linken und einem frühlingshaften Weißburgunder zur Rechten. Nach vier weiteren Etappen wurde zum Hauptgang in Baden Station gemacht. Zum Rehrücken im Wirsingmantel konnte man einen geradlinigen Spätburgunder genießen, bevor es dann weiter Richtung Dessert ging. Mit der eigens für das Event entworfenen Menükarte als kleiner Reiseführer erfuhr der Gast nicht nur, wo er sich gerade befand. Der Broschüre konnte eine genaue Beschreibung der Weine mit ihren Anbaugebieten entnommen werden und mit viel Liebe und Spaß an der Sache erläuterte  Claudia Haas die Route, die Gegend, Souvenirs und Highlights der Weinregion. Ein kleiner Reisetipp als Randnotiz auf der eigens für den Gastro Award entstandenen Broschüre machte Lust auf mehr.

Die Jury empfand die Leichtigkeit und lockere Erläuterung der deutschen Weine als extrem positiv und lobte den hohen persönlichen Einsatz der Gastronominen. Volle Punktzahl vergab sie daher u.a. an "Einsatz von POS Material", "aufmerksamkeitsstarke Darstellung des deutschen Weines" und "Erläuterung der Aktion am Gast".

 Restaurant Riverkasematten

Die Kasematten 1-9 waren seit 1957 die Adresse eines weltberühmten Jazzclubs. In Nostalgie schwelgend griff der Inhaber der heutigen Riverkasematten Bahman Moaiyeri die ursprüngliche Tradition des Jazzclubs wieder auf und veranstaltete für den DWI Gastro Award eine Live-Unplugged-Jazz-Jam Session.

Was hat das mit deutschem Wein zu tun, fragt man sich? Nun, es gibt nicht nur Musik in der Unplugged-Version, was die technisch unverzerrte, reine Darstellung von Musik meint. Der Geschäftsführer vom Weingut Tesch, Dr. Martin Tesch, vertrat mit dem Riesling Unplugged einen ebenso puren, frischen, unkomplizierten und vor allem trockenen Wein, in dem der Naturgedanke erhalten bleibt.

Wein und Unterhaltung standen so unter einem gemeinsamen Dach und waren für den „unplugged Stil“ des Abends die Hauptprotagonisten.

Das Weingut Kreuzberg hat diese Idee aufgegriffen und auf den angebotenen Spätburgunder übertragen. Der Kreuzberg Spätburgunder Unplugged ist im Bouquet sehr fruchtig, leicht würzig, klar im Mund, und hat eine schöne rote Beerenfarbe, leicht rauchig-fleischig im Abgang, eben ein reiner, unbehandelter Wein. Die beiden Rebensäfte konnten in den Riverkasematten in einem Festival der Sinne, geführt von Dr. Tesch und dem ehemaligen König-der-Löwen-Darsteller Darrin Lamont Byrd und seiner Band „The Messenger Of Love Band“, genossen werden.

Die Musik des Abends und die Weine waren sowohl Event als auch unkomplizierte Wissensvermittlung- alles Wünsche der Jury an eine Gewinnergastronomie.

 Der Gedanke der Kombination eines 2-Sinne-ansprechenden Genussfaktors zu entwickeln wurde von der DWI-Jury u.a. in den Kategorien „Aufmerksamkeitsstarke Darstellung des Deutschen Weins“, „Kreativität“ und „professionelles Vermitteln von Fachwissen“ für hervorragend befunden.  

 

Restaurant East

Wem ist mittlerweile noch nicht das neue Trend-Hotel "east" zu Ohren gekommen? Das Motto heißt: "Wenn es Nacht wird in Hamburg, geht im east die Sonne auf!" und damit sollen trotz Kiez-Nähe nicht an die Gedanken des Rot-Licht-Milieus appelliert werden. Hier geht es um First Class Service in Premium-Design & Stil und das rund um die Uhr. Kein Wunder, dass das Szene-Hotel häufige Anlaufstelle für Hamburger, Deutsche und Internationale Promis ist.

Genau dieses USP hat F&B Direktor Heurich genutzt, um auch den Deutschen Wein aufmerksamkeitsstark in Szene zu setzen. Das "east" hatte eine Gruppe von Winzern, Weinfachleuten und Prominenten zu Gast, die neben ihrem gemeinsamen Dinner den Weinservice für die Restaurantgäste übernahmen. Jeder dieser Akteure stand für eine Rebsorte. Wann immer ein Wein dieser Rebsorten bestellt wurde, servierten z.B. Ralf Bauer oder Sophie Schütt bis hin zur Weinprinzessin Andrea Köninger und diversen Winzern als entsprechende Weinpaten die gewünschte Flasche.

So konnte der Gast sich entweder für seinen Lieblings-Winzer bzw. Promi oder seinen Lieblingswein entscheiden. Unterstützt wurden die prominenten Weinpaten dabei von der internationalen Crew des "east".

Speziell für diesen Abend wurde neben der normalen Karte eine exklusive Weinkarte erstellt, die ausschließlich aus Deutschem Wein (weiß, rosé und rot) bestand. Unter allen teilnehmenden east-Gästen wurde zusätzlich ein Degustationsmenü mit Sternekoch Tell Wagner inklusive deutscher Weine verlost.

 Die Jury begeisterte das "east" in den Punkten "Einsatz unterschiedlicher Medien", "aufmerksamkeitsstarke Darstellung des deutschen Weines" und "Erläuterung der Aktion am Gast" und belohnten das Hotel mit der vollen Punktzahl.