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Die 59. Deutsche Weinkönigin kommt aus Sachsen

10/19/2007

Am Ende war die Favoritin richtig überrascht. "Ich bin so aufgewühlt, ich kann's gar nicht glauben", sprudelte es aus Evelyn Schmidt heraus. Gerade eben hatte die 24-Jährige einen Traum wahr gemacht: Zum zweiten Mal stellt Sachsen die Deutsche Weinkönigin.


Am Ende war die Favoritin richtig überrascht. "Ich bin so aufgewühlt, ich kann's gar nicht glauben", sprudelte es aus Evelyn Schmidt heraus. Gerade eben hatte die 24-Jährige einen Traum wahr gemacht: Zum zweiten Mal stellt Sachsen die Deutsche Weinkönigin. Eine 82-köpfige Jury wählte am Freitagabend in Neustadt an der Weinstraße die Dresdenerin zur 59. Vertreterin der deutschen Weinwirtschaft. Weinprinzessinnen an ihrer Seite werden im kommenden Jahr die 24 Jahre alte Rheinhessin Julia Metzler und die 20 Jahre alte Pfälzerin Susanne Winterling sein.

Seit 1949 organisiert das Deutsche Weininstitut (DWI) die Wahl einer Deutschen Weinkönigin. Das nordöstlichste Weinanbaugebiet an der Elbe durfte aber bisher erst einmal die Frau unter der höchsten deutschen Weinkrone stellen: 1996 wurde Ines Hoffmann zur Deutschen Weinkönigin gekürt.. Am Freitagabend war das kleine Sachsen dann wieder ganz groß: Um 22.05 Uhr verkündete DWI-Geschäftsführerin Monika Reule die große Botschaft – und Evelyn Schmidt sank förmlich in die Knie. "Da bricht erst mal alles unter einem weg", sagte sie hinterher.

In einer zweistündigen Fernseh-Gala hatte sich die junge Frau, die im Weingut Schloss Wackerbarth arbeitet, gegen ihre fünf Mitkonkurrentinnen durchsetzen müssen. Als erstes galt es für jede der Finalistinnen ein Grußwort vor einer imaginären Versammlung zu halten. Evelyn Schmidt erwischte den Verband Deutscher Mineralbrunnen, und überzeugte auf ganzer Linie: "Wasser und Wein haben beide eine ausgezeichnete Qualität, lassen Sie uns mehr davon trinken", sagte sie mit Charme und Überredungskunst. Vor allem mit ihren rhetorischen Fähigkeiten überzeugte die brünette Werbefachfrau die Jury. Aber auch beim Weinwissen lief es bei der Sächsin rund: Ob beim Beschreiben eines Weines oder des Weinanbaugebietes Mosel, Schmidt glänzte mit Geschick und Wissen.

Neue Showaufgaben: Grußbotschaft, Weinprobe, Wissensquiz
Auch die anderen Damen mussten all ihr Können aufbieten: Da galt es den Deutschen Fußballbund, die Deutsche Bischofskonferenz oder gar den Brauerbund von den Vorzügen des Weins zu überzeugen. "Riesling hilft beim Tore schießen", punktete da etwa die Württembergerin Miriam Heckel. Die Badenerin Corina Benz lud "ihre" Polizisten dazu ein, statt Streife doch lieber die Weinfest-Gäste im weiß-grünen Shuttle nach Hause zu fahren, und Julia Metzler warb vor den Bischöfen mit Papst Benedikt und der Bibel: Auch mit Wein könne man "immer ein neues Kapitel aufschlagen".

Antje Ihle aus Saale-Unstrut fand dagegen überzeugende Gemeinsamkeiten in Bier und Wein: "Beide verkörpern unsere Kultur", warb die 25 Jahre alte Anglistikstudentin. Die quirlige Susanne Winterling löste bei ihren Zuhörern immer wieder Lachsalven aus, wenn sie die Versammlung der Frankfurter Buchmesse mit "liebe Bücherwürmer" begrüßte, oder aber vorschnelle Zwischenfragen in den Spiele-Runden stellte.

Denn erstmals mussten die sechs Kandidatinnen auch in mehreren Quizrunden nebeneinander antreten. In "Wer wird Weinkönigin"-Manier galt es da den falschen Ort in einem Weinanbaugebiet heraus zu finden oder zu erkennen, dass ein Kerner eine Kreuzung aus einer weißen und einer roten Rebsorte ist. Beim "Was bin Ich"-Ratespiel musste ein Beruf aus dem Umfeld der Weinwirtschaft erraten werden – ein Weinessighersteller und ein Wingertschütz -, und bei einer Blindverkostung ein Wein beschrieben werden. Die schwierigen Aufgaben meisterten die jungen Damen mit viel Bravour, galant geführt von Moderator Holger Wienpahl.

Überhaupt sorgte das neue Konzept des SWR für viel frischen Schwung und modernen Glanz. Erstmals war der Wahlablauf zweigeteilt: Vergangenen Samstag wählte eine 60-köpfige Jury aus Weinexperten, Prominenten und Journalisten zunächst die sechs Finalistinnen aus den zwölf Kandidatinnen aus. Die zwölf jungen Damen waren zuvor alle als Weinkönigin eines deutschen Anbaugebietes tätig gewesen und wetteiferten in der Fachbefragung um den Einzug ins Finale.

Abschied von der 58. Königin
Am Freitagabend verabschiedete sich dann zunächst in der Wahl-Gala die 58. Deutsche Weinkönigin Katja Schweder aus ihrem Amt und legte vor laufenden Fernsehkameras ihre Krone auf ein Kissen. Gut 90 Minuten lang dauerte es dann bis es hieß: "Die 59. Deutsche Weinkönigin heißt Evelyn Schmidt!" Die neue Regentin will nun die Weinregionen mehr herausstellen. "Ich freue mich auf das Jahr", sagte Schmidt strahlend in die vielen Kameras und Mikros, als die ersten Freudentränen getrocknet waren. Auf die neue Königin kommen nun rund 300 Termine im Jahr in aller Welt zu. Eines war der neuen Queen aber jetzt schon klar: "Die Sachsen ticken jetzt aus."

Bild-Downloads - Abdruck honorarfrei

Unser Bild  zeigt die Krönung der 59. Deutsche Weinkönigin Evelyn Schmidt durch ihre Vorgängerin Katja Schweder. Bild: DWI

 

Unser Bild zeigt das königliche Trio von links: Julia Metzler, Weinprinzessin, die 59. Deutsche Weinkönigin Evelyn Schmidt und Susanne Winterling, Deutsche Weinprinzessin. Bild: DWI