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Bessere Erlöse für deutsche Weinexporteure

03/02/2012

Die deutschen Weinexporteure konnten im vergangenen Jahr in nahezu allen für sie wichtigen Auslandsmärkten ihre Verkaufserlöse steigern. Wie das Deutsche Weininstitut (DWI) auf der internationalen Weinmesse ProWein bekannt gab, stieg 2011 der Durchschnittspreis der exportierten Weine aus den deutschen Anbaugebieten im Vergleich zum Vorjahr insgesamt durchschnittlich um 11,8 Prozent.


Das entspricht durchschnittlich 2,27 €/l. Die größten Zuwächse im Durchschnittspreis verzeichneten die deutschen Exporteure in Dänemark (+22,7 Prozent) und Schweden (+22,4 Prozent). Zweistellig legten sie auch in Finnland (+17,5 Prozent), den Niederlanden (+14,9 Prozent) und Belgien (+ 11,8 Prozent) zu. EXCEL-Tabelle als download

"Diese Entwicklung ist auf das verringerte Angebot durch die außergewöhnlich kleine Erntemenge des Jahres 2010 und eine gleichzeitig anhaltend gute Nachfrage nach unseren Weinen zurückzuführen. Sie entspricht dem Bestreben der deutschen Weinwirtschaft, im Export in erster Linie die Wertschöpfung und nicht den Absatz zu erhöhen. Denn wir haben im internationalen Vergleich hohe Produktionskosten und die auszuführenden Weinmengen sind von Natur aus begrenzt", erläuterte DWI-Geschäftsführerin Monika Reule.

Besonders positiv entwickelten sich im vergangenen Jahr die Exporte nach China und Norwegen. Die Skandinavier belegten erstmals den vierten Platz in der deutschen Weinexportstatistik. Der Ausfuhrwert stieg 2011 gegenüber dem Vorjahr erneut um 10,6 Prozent auf 22 Mio. Euro. Fast ein Drittel aller Weißweine, die in Norwegen konsumiert werden, sind deutschen Ursprungs.

China rückte 2011 mit einem Wertzuwachs von 19 Prozent auf Platz acht im Exportmarktranking vor und hat damit Japan als bislang größten asiatischen Exportmarkt für deutsche Weine abgelöst. Begünstigt durch den Wegfall der Einfuhrzölle in Hongkong im Jahr 2008, entwickeln sich seitdem die deutschen Weinexporte in diesem Wachstumsmarkt sehr dynamisch. 2011 haben sie sich bei einem äußerst attraktiven Durchschnittspreis von 8,88 € pro Liter mehr als verdoppelt.

Die meisten heimischen Weine werden nach wie vor in die USA exportiert. Mit 297.000 Hektolitern im Wert von 103 Millionen Euro wurde dort 2011 rund ein Drittel des gesamtdeutschen Exporterlöses erzielt. Dabei blieb der Wert der ausgeführten Weine weitgehend stabil, obwohl die Menge um 6,4 Prozent zurück ging.

In Großbritannien hatten die deutschen Weinexporteure im vergangenen Jahr Umsatzverluste von 14 Prozent und Absatzrückgänge von 20,5 Prozent zu verzeichnen. Erfreulich ist aber, dass der Durchschnittspreis im vergangenen Jahr um acht Prozent anstieg, was auf deutliche Zuwächse im Preisbereich von über fünf Pfund zurückzuführen ist.

Hinter Großbritannien stehen die Niederlande auf dem dritten Platz der wichtigsten deutschen Weinexportmärkte. Die Ausfuhren in das Nachbarland haben im vergangenen Jahr im Wert um 1,6 Prozent auf 34 Millionen Euro zugelegt und reichen nun fast an die Exporterlöse von Großbritannien heran, die sich 2011 auf 38 Mio. Euro beliefen

Wegen der unterdurchschnittlichen Erntemenge des Weinjahrgangs 2010 konnten im vergangenen Jahr nicht alle Märkte in vollem Umfang mit Wein versorgt werden. Dementsprechend gingen die Weinexporte 2011 insgesamt um 11,8 Prozent auf 1,5 Millionen Hektoliter zurück. Dank des gestiegenen Durchschnittspreises sank der Gesamtwert der ausgeführten Weine allerdings nur leicht um 1,7 Prozent auf 349 Millionen Euro.

Archiv: Weinumsatz in Deutschland gestiegen

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