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50 Jahre Deutscher Weinfonds

08/29/2011

Der Deutsche Weinfonds (DWF) mit Sitz in Mainz blickt auf sein 50-jähriges Bestehen zurück.


Auch wenn sich seine Aufgaben mittlerweile gewandelt haben, so hat die Bedeutung der Gemeinschaftseinrichtung für die gesamte Weinwirtschaft seit seiner Gründung nichts an Aktualität verloren. Die Notwendigkeit, sich gemeinschaftlich in der globalisierten Weinwelt täglich neu zu behaupten, ist stärker denn je.

Als „Stabilisierungsfonds für Wein“ wurde der heutige DWF am 29. August 1961 mit der Verabschiedung des Weinwirtschaftsgesetzes durch den Deutschen Bundestag gegründet. Eingerichtet wurde der „Stabifonds“, wie man ihn bis 1988 auch nannte, weil nach Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) gravierende Struktur­anpassungen mit Auswirkungen auf den Weinmarkt eintraten, denen sich die heimische Weinwirtschaft mit einer nationalen Institution stellen musste.

1967 2006
Weinwerbung 1967 Weinwerbung 2006

Von den Aufgaben der Marktstabilisierung wurde der Fonds 1975 entbunden. Bereits im Dezember 1971 wurde die Grundsatzvereinbarung getroffen, dass der Fonds mit dem Deutschen Weininstitut (DWI), das 1949 als Deutsche Weinwerbe GmbH gegründet wurde, kooperiert und die Arbeit künftig gemeinsam koordiniert wird. Seitdem widmet sich der Weinfonds gemeinsam mit dem DWI voll und ganz den Gemeinschafts­aufgaben der Qualitäts- und Absatzförderung in einem globalisierten Weinmarkt und einer zunehmend komplexer werdenden Konkurrenzsituation.

Schließlich hat Deutschland sich in den letzten Jahren zum größten Weinimportmarkt der Welt entwickelt, wodurch die Erzeuger und Vermarkter hierzulande einem besonders harten Wettbewerb ausgesetzt sind. Auch auf den Exportmärkten hat sich beispielsweise mit dem Boom der Weine aus der neuen Welt oder veränderten Konsum­gewohnheiten, eine völlig neue Marktsituation ergeben. Von daher kommt heute wie damals einem schlagkräftigen Gemeinschaftsmarketing auf nationaler und internationaler Ebene eine elementare Bedeutung zu.

Moderne Kommunikations- und Marketingeinrichtung

50 Jahre nach seiner Gründung präsentieren sich der Deutsche Weinfonds mit dem DWI als moderne Kommunikations- und Marketingeinrichtung der gesamten deutschen Weinwirtschaft. Auch die Arbeit der Deutschen Weinakademie (DWA), die sich auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse mit den gesundheits- und gesellschafts­politisch relevanten  Aspekten des Weinkonsums beschäftigt, wird aus Mitteln des DWF unterstützt. Alle drei Institutionen unterstehen der Aufsicht durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV).

Zu den Maßnahmen des Gemeinschaftsmarketing zählen unter anderem Marktforschung und Marktberichterstattung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, die Durchführung von Imagekampagnen inklusive entsprechender Veran­staltungen, die Beteiligung an nationalen und internationalen Messen sowie die Organisation von Weinpräsentationen und Veranstaltungen gemeinsam mit deutschen Erzeugern in aller Welt.  Ergänzend betreibt das DWI eine umfangreiche Homepage, gibt Informationsbroschüren, regelmäßige Informationsdienste, Publikationen und Werbematerialien heraus, führt Schulungen und Seminare insbesondere für Vertreter aus Gastronomie und Handel durch und berät die Weinwirtschaft in Fragen der Absatzförderung im In- und Ausland.

Die erforderlichen Mittel zur Erfüllung seiner Aufgaben erhält der DWF zu hundert Prozent von der deutschen Weinwirtschaft. Er erhebt sie über eine im Weingesetz festgelegte Abgabe in Höhe von 0,67 € pro Ar Weinbergsfläche. Zudem sind Betriebe, die inländische Weine, Perl- oder Schaumweine abfüllen und an andere gewerbsmäßig abgeben bzw. nicht abgefüllt ins Ausland verkaufen zur Entrichtung einer jährlichen Abgabe in Höhe von 0,67 €/ 100 Liter verpflichtet, sofern sie eine Freigrenze von 80 Euro überschreiten. Das jährliche Gesamtbudget des DWF beläuft sich je nach Erntemenge auf durchschnittlich zehn Millionen Euro. Die Höhe der Abgabe ist übrigens seit 1994 unverändert.